Du Amateur artigen Verlassens!

Sie: Du Amateur, du, der gehofft hat, dass wenn du mich durch den eisigen Bruchstück der Erinnerung ansiehst, mein schon sowieso von den Schicksalen der Vergangenheit zersplittertes Herz verwundest! Du Amateur artigen Verlassens!

Er: Wenn du lieben könntest, etwas von dir geben würdest, wenn du nur fühlen, empfinden würdest! Einen Teil der reservierten Laute in den weichen Frühlingsregen der Gefühle umwandeln würdest! Wenn du nur etwas von dir geben würdest…

Sie: Wo denn, wo wäre ich denn heute? An deiner Seite? Hättest du der Welt, dieser Stadt zumindest, mir wenigstens, dass du liebst, verkündet?! Wärst du dann an diesem Morgen da?!…

Er: Du wolltest nicht bitten! Du hast nicht mal gefragt. Du hast deine Beleidigung durch Stolz ausgedrückt, hast nach einer Grimasse gesucht, von der ich deine Unzufriedenheit ablesen musste, deinen Ärger, deine Wut, die in jeder Zimmerecke wie auf Erbsen kniend gekauert hat, dir gehorsam als Schutz vor dem Zeigen der Trauer dienend. Nein, Trauer hast du mir nicht gezeigt, dafür vor Empörung geglüht… hast nicht mal gefragt…

Sie: Ob du bleiben kannst ?!

Er: Ob ich zurückkomme, ob ich zurückkommen kann…

Sie: Es ist die Vergangenheit, Vergangenheit, die auch geändert nichts bringen würde. Du wärst nicht zurückgekommen und ich hätte zu früh zum ersten Mal darüber gebettelt! Den Mund zu öffnen brauchte ich sowieso nicht…

Er: Es geht dir nicht allein um diesen Morgen, die damalige Nacht. Du bist nicht imstande zu verstehen, wirst den Schmerz meines Weggehens durch keine Beschuldigungen mindern und obwohl du es sehr möchtest, die Dunkelheit meines Leidens nicht kennenlernen… Vielleicht möchte ich es nicht, vielleicht würdest du dann zu lange lieben, vielleicht wenn du anders denken würdest: dass ich dir etwas ersparen möchte, damit du es nicht mal probierst. Vielleicht will ich alleine sowohl den Grund, als auch das Ergebnis unserer Trennung tragen, damit du nicht leidest, damit du keine Wahl hast…

Sie: Und Stille, Stille ist über dich gekommen. Sie ist aus Nichts gewachsen, breitete ihre unordentlichen, jedoch starken Äste, aus. Hat dein Herz umgeschlungen, den Rachen zugedrückt. Mich aus dem Gedächtnis gelöscht, starke Wahnvorstellungen. Die Wahnvorstellung stachelt mich an, regt mich auf, zeichnet im Gedächtnis dein Bild. Denkt aus, betrügt, potenziert… Ich verkaufte meine Würde für einige Kupfermünzen, die heute keinen Wert haben. Die Kraft des Geistes zu schwach, auf dem erstarrten Mund erscheint immer wieder dein Vorname, wie sehr hat mich die Einfalt der Liebe betrogen… Ich verschwende meine Ruhe, wobei ich so sehr mit dem Windschlag wegfliegen, den Weg des Bedauerns beenden, die Vergangenheit in unbekannten Höhlen verbergen, die Absolution suchen möchte.

Er: Hör schon auf, ich ertrage dein Leid nicht mehr. Lieber sind mir deine betrügerischen Worte über Glück, über Freude, darüber, dass du in der Welt ohne mich Ruhe gefunden hast…

Sie: Gleichfalls…

Er: Wolltest du es nicht so?… Hunderte von Malen wiederholend, wie sehr du dankbar wärst, wenn ich nicht nur aus deinem Gedächtnis verschwinden würde.

Sie: Ich habe betrogen!!! Mich selbst… nein, nicht dich – mich! Und du, durch Egoismus betört, mit Frechheit durchtränkt, kehrtest immer wieder zurück, damit wir in einer Illusion, wie glückliche Figuren auf zu engen Bühnenbrettern, nur gemeinsame Einbildungen berühren. Du kehrtest bis zum Tage, an dem du trotziger Diener der Vernunft, Bettler der Freiheit… ungewollter Zuschauer meines Falls geworden bist, zurück… Zeitalter der Romanze, Bankrott der Erwartungen… Ich möchte ausschreien, dass du mir für die Unbeholfenheit des Verlassens zahlen wirst… Möchte in allen dir auf dem Sternenhimmel, der einziger gemeinsamer Nenner geblieben ist, bekannten Sprachen Zeilen über Hass, wie sehr ich dich hasse, tätowieren! Jedoch… behalte ich die Dramaturgie für mich…

Er: Wirst mit Demut den Akt der Trennung anerkennen?
Sie: Ja… und ich werde es nicht nur für dich tun… Irgendwann werde ich ja geliebt werden…

Wioletta K. (Klinicka)

Autorin von populärwissenschaftlichen Artikeln, Lehrgängen aus dem Bereich persönlicher Entwicklung, Belletristik, Gedichte und poetischer Prosa über Verhältnisse zwischen Männern und Frauen, Krisen-Coach, Bloggerin und Eigentümerin der Webseite www.oklinicka.com

Übersetzung aus dem Polnischen ins Deutsche: Turbo tłumaczenia; Paweł, Trier 2018.

Polnische Version:

Amatorze grzecznych porzuceń!

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