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Wald, Dunkelheit, taubes Jaulen des Schicksals, ich laufe. Ich fliehe immer schneller vor dem gestrigen Tag, der vergangener mir, dem Lärm der Gefühle, der emotionalen Verstimmung. Ich gehe auf die andere Seite.
Unterwegs zwingen die zwischen die Beine geworfenen Knüppel den Schritt zu verlangsamen, ich kann doch nicht! Ich kann nicht im Mob der Erlebnisse stoppen, es gehört sich nicht, ich gab unvernünftige Verhaltensweisen auf, unterzog mich der Logik. Nun mit soldatischen Marsch links, links, der Kopf Richtung Himmel.
Die Bajonettklinge, scharfe Munition, bereit wunderbare Worte, mit denen man die anderen füttern muss. Unschuldige Augen, untreue Augen, flüsternde Lippen, schreiende Lippen, verzauberte Bilder, verfluchte Erinnerungen sollen entfernt werden.
Gehen, gehen, weiter, schneller als der Feind schlagen, härter! Die Empathie der Bedeutung nicht kennen, kein Gewissen haben, den Gott verleugnen. Furcht oder keine Furcht, auf sich setzen, keine Hilfe annehmen, für die man sowieso wird zahlen müssen, der Preis kann sich als zu hoch erweisen.
Die Sentiments wegwerfen. In eine Richtung schauen, unterwegs Menschen verschwenden, heute der, morgen dieser, kein Vertrauen wird helfen. Den Egoismus vermehren, Leben gemäß eigenen Regeln formen. Kein Mitleid kennen, nehmen, was jeder kann.
In den Wald flüchten, die Dunkelheit umgehen, die Wolken beobachten, rennen – zu vergoldeten Buchstaben, Vasen voller Blumen, erzwungenen Tränen, der steinernen Platte. Bis… zum Vergessen, dem Tag der Rast, dieser Minute, wenn man das sein kann, was man ist.
Wald, Dunkelheit, taubes Jaulen des Schicksals, ich laufe in eine andere Richtung, und wollte zu Dir.

Wioletta K.

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