2.80

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Weiße Spitzen legte ich zu deinen Füßen –
der Wind rüttelte sie,
in seinen Schnabel fing sie die düstere Zeit –
du hobst andere auf.

Wie, wie soll ich jetzt leben? Ich kriege keine Luft, dein Blick vereist meinen Geist.
Wer, wer gab dir die Kraft, wer legte die Klinge in die Hand, wer befahl dir, mich ins Herz zu stechen?

Erzähle über diesen Tag, als dein Mund einer Anderen, als dein Mund schwor, erzähle, ob er einmal zitterte.
Erzähle mir über diese Nacht, als deine Hände eine Andere, als deine Hände berührten, erzähle, wie sie meinen Körper betrog.

Wie, wie soll ich jetzt leben? Ich kriege keine Luft, dein Blick vereist meinen Geist.
Wer, wer gab dir die Kraft, wer legte die Klinge in die Hand, wer befahl dir, mich ins Herz zu stechen?

In Trauer verhüllt bete ich zu deinem Gott, dass du von Täuschungen befreist, Täuschungen, in denen du mich noch immer liebst.
In Trauer verhüllt bete ich zu deinem Gott, dass du die Besessenheit einschläferst, die Besessenheit wutenbrannter Erinnerungen, in denen sich ein Zerrspiegel verborgen hat.

Wie, wie soll ich jetzt leben? Ich kriege keine Luft, dein Blick vereist meinen Geist.
Wer, wer gab dir die Kraft, wer legte die Klinge in die Hand, wer befahl dir, mich ins Herz zu stechen?

Du hast mir das weggenommen, was du mir davor geschenkt hast.
Ich konnte gar nichts machen.
Auf dem Himmel tiefhängende Wolken
ersticken den Liebesruf.

Wioletta K.

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